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12. Tag Stein bis Pfunders

Blick zurück auf den Gliderbach

Blick zurück auf den Gliderbach

Aufgestanden. Die Kühe befinden sich noch genau dort, wo der Bauer sie gestern abgestellt hat. X. war gestern so müde, dass sie ohne weitere Umstände sofort und ohne Unterlage in ihrem Schlafsack eingeschlafen ist und sich bis zum nächsten Morgen keinen Millimeter mehr rührte. Am kleinen Bach hinter unserem Zelt ist es für ausgiebige Morgenhygiene viel zu kalt, so haben wir schnell unsere Sachen zusammengepackt und traversieren zur Serpentine der Fahrtstraße zwischen Stein und dem Pass direkt vor uns. Ein Stückchen die Straße runter sind wir auch schon am Beginn des Wanderweges zur Hochfeilerhütte. Durch das Biwak auf der Kuhweide haben wir uns also eher unbeabsichtigt um den Abstecher nach Stein gedrückt. Durch ein enges Tal geht es an einer verfallenen Alm vorbei bergauf bis auf die Wiesen im Tal zwischen Gamsstetten und Pletzenspitze. Hier wäre es deutlich schöner zum Campieren gewesen. Wir füllen unsere Wasserfalschen im Bach auf und überqueren eine Brücke neueren Datums auf die Südseite des Gliederbaches. Der Weg führt nun schattenlos und sehr steil bergauf bis zum Gliderschartl zwischen dem Roten Beil und dem Roteck. Die Wolken von heute morgen haben sich zwischenzeitlich verzogen. Es ist sehr heiß und wir machen häufig Pausen, in denen wir von anderen Wanderern überholt werden. Allerdings sind die alle nur eine Woche und schon gar nicht bis nach Venedig unterwegs. Oben auf dem Gliederschartel genießen wir bei einer Brotzeit den herrlichen Ausblick zurück auf den Weißkarferner und die hohen Berge dahinter.
Weißkarferner vom Gliderschartl

Weißkarferner vom Gliderschartl

Der Abstieg über die obere Engbergalm zur unteren Engbergalm ist lang und geht in die Knochen. Noch eine kleine Rast an der unteren Engbergalm vor dem glucksenden Brunnen. Bis Pfunders sind wir nun nur noch auf Straßen unterwegs. Zunächst, durch die Dunner Klamm, bis Dun nicht geteert, danach asphaltiert. Die Dunner Klamm ist im übrigen sehenswert. Nach Dun bleiben wir wegen Sehnenproblemen weiter auf der sehr szenischen Straße und erreichen mit großen Schmerzen die ersten Häuser von Pfunders, unter denen sich glücklicherweise gleich ein Café mit Gartenterrasse befindet. Ein wunderschönes Tal, wunderschönes Wetter, zwei Bier, Eis, Schokolade und Schnaps.
Rast an der Unteren Engbergalm

Rast an der Unteren Engbergalm

Die Lebensgeister kehren zurück. Nach einer Stunde können wir langsam weiter zur Ortsmitte, um im Dorfladen einzukaufen. Ein sehr schöner Dorfladen (viele Südtiroler Spezialitäten), in dem jeder Venedigwanderer, der sich nicht nur in den Hütten verköstigen möchte, unbedingt vorbei schauen sollte. Großer Einkauf: Flasche VSOP, Salami, Käse, leckeres Brot, heimische Äpfel und Trauben. Während wir im Schatten vor dem Laden unsere Traube verzehren sprechen wir zum ersten Mal mit C., die wir am Gliderschartl überholt hatten. Sie wandert auch von München nach Venedig, allein mit einem gewaltigem Rucksack. Wir folgen nun den gelben Pfeilen bis ans Ende von Pfunders. Da es keinen anderen ?freien Campingplatz? gibt, fragen wir eine Bäuerin,
Fotographieren bei Nacht

Fotographieren bei Nacht

ob wir auf einem grasüberwachsenen Nutzweg, der offensichtlich nicht mehr im Betrieb ist, neben dem Fluss unser Zelt bis morgen aufstellen dürfen. Das wird uns freundlicherweise erlaubt. So können wir unsere Festmahlzeit - komfortabel eingerichtet und ohne Bedenken wegen illegaler Landnahme verhaftet zu werden- genießen. Auf der anderen Seite des Baches läuft zwar die Hauptstraße, aber auf der ist wenig Verkehr. Die meist einheimischen Autofahrer scheinen auch nicht allzu verwundert über den neuen Campingplatz zu sein. Zum Waschen allerdings geht's durch große Mengen Treibholz die Böschung hinunter in den Fluss. Ein echter Balanceakt. Wir schlafen gut und lange.

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