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18. Tag Fedaiasee bis Civetta

Sottuguada-schlucht

Sottuguada-schlucht

Ein wenig gerädert von der unruhigen Nacht stehen wir zeitig auf und packen unsere Sachen zusammen. Wir müssen unbedingt vor 12 Uhr in Alleghe sein um noch Einkaufen zu können bevor die Geschäfte schließen. Denn erstens ist morgen Sontag und zweitens wird es bis Belluno keine Läden mehr geben. Während des weiteren Abstiegs über die Skipiste, neben der wir übernachtet haben, sehen wir viele ausgezeichnete Zeltplätze. Tja. Wenn man das gestern Abend gewusst hätte! Sowieso meist schwierig zu entscheiden, ob man bei einem subobtimalen Lagerplatz bleibt oder weiter geht, um einen besseren zu suchen und sich damit dem Risiko aussetzt bis zum Einbruch der Dunkelheit gar keinen mehr zu finden. Überall stehen Schneekanonen, ab und an aufgelockert durch künstlich angelegte Wasserspeicher. Immerhin geht es die ganze Zeit an der Marmolata entlang. Die ist beeindruckend auch wenn wieder wegen tiefliegender Wolken nur der untere Teil zu sehen ist. Ein Stück geht es noch die Straße entlang bevor man Malga Ciepela erreicht. Von dort geht es durch die Nebelverhangene Sottoguadaschlucht weiter. An sich eine schöne Schlucht wird aber von Kitsch Zeug, das wohl regionale Mythen darstellen soll, verhunzt. Sehr skurril!
Blick auf Alleghe und Massare

Blick auf Alleghe und Massare


Nach der Schlucht geht es einen Trimm-Dich Pfad entlang bis das Tal endet und man nach rechts Richtung Alleghe abbiegt. Um noch vor Ladenschluss dort zu sein, beeilen wir uns und bekommen dementsprechend wenig von der Umgebung mit. Eine Anmerkung jedoch: Es ist nicht notwendig bei La Grazie den Fluss zu überqueren und neben der Straße herzugehen wie es im Grassler-Führer steht, da es kurz vor Alleghe eine Brücke gibt. Alleghe selbst ist hübsch und zu kaufen gibt?s es im Supermarkt und anderen Geschäften praktisch alles. Leichtes Sprachproblem an der Käsetheke: Die einzige italienische Zahl, die mir einfällt als ich an der Reihe bin, ist Mille. Jetzt müssen wir ein 1000 Gramm schweres Stück Käse schleppen. Außerdem Brot, Oliven, Wein, Schokolade, Schinken. Direkt hinter dem Supermarkt in einem kleinen Park mit Blick auf den See machen wir eine sehr lange Mittagspause und vernichten gleich einen Gutteil der Vorräte, die wir eben gekauft haben. Müssen wir sie schon nicht tragen!
Civetta. Zelt steht unten rechts.

Civetta. Zelt steht unten rechts.

Relativ spät kommen wir wieder in die Puschen und gehen entlang des Sees nach Massare. Hier zweigt der Pfad von der Straße ab und führt steil und lang bergauf bis unterhalb der Civetta. Zunächst sind es nur Serpentinen später aber Stahlseil versicherte Steige. Anstrengend wenn man die Verpflegung für die nächsten Tage im Rucksack mitschleppt. An der Capanna Casamatta könnte man sehr gut ein Zelt aufstellen, wenn einen zwischenzeitlich die Wanderlust verlässt. Tut sie aber nicht. Oben angekommen biegen wir nicht links Refugio Tissi ab, sondern gehen gleich rechts zur Cason di col Rean einer verfallenen Alm. Traumhafter Lagerplatz nur leider etwas windig. Im Windschutz der baufälligen Hüttenmauern bleiben wir trotzdem nicht, sondern stellen unser Zelt auf die Wiese neben den Bach. Die Zeltnägel gehen ausnahmsweise gut in den Boden und das Zelt lässt sich aufstellen wie auf einem Katalogbild. Links über uns die fast senkreche Wand der Civetta und aus der Ferne leuchtet die Tissihütte herüber. Wegen des eiskalten Wassers und der steifen Prise bleibt es bei Duschversuchen.

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