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4. Tag Tutzinger Hütte bis Vorderriß

Blick auf das Karwendel, rechts der Wetterstein und die Zugspitze

Blick auf das Karwendel, rechts der Wetterstein und die Zugspitze

Wir stehen früh am nächsten Morgen auf. Der Trockenraum trocknete unsere Schuhe und Jacken über Nacht nicht richtig. Auf den Serpentinen hoch zum Sattel zwischen Brandköpfel und Benediktenwand, dem ersten Anstieg des Tages, genießen wir den Sonnenaufgang bei Butterbroten und Wasser. Nach leichtem Auf und Ab treffen wir die Drei bei dem Aussichtspunkt der den ersten Blick auf das Karwendelgebirge und Wetterstein mit Zugspitze zulässt wieder. Dem strahlend blauen Himmel sei Dank. Danach geht es lange, lange Bergab, fast am Talgrund angelangt wird es abermals anstrengend, nicht wegen der Steigung doch wegen der zu bewältigenden Strecke. Wenn man nicht zu erschöpft ist, wird man allerdings auf diesem Weg hinunter zur Jachenau mit dem Blick auf viele malerische Wasserfälle entlohnt, die auch nicht gerade wenig Besucher anziehen. Wir setzen uns in der Jachenau in die nächstbeste Wirtschaft, um halb eins sind beide Gläser geleert und der Blick wandert zum Braten des Jungen vom Tisch nebenan. Wir widerstehen der Versuchung
Abstieg in die Jachenau

Abstieg in die Jachenau

und wollen uns lieber im Dorfladen stärken, stellen aber leider fest dass der Laden von 12 bis 15 Uhr geschlossen hat. Wir beschließen zu warten. Essen und trinken auf der Bank vor einem kleinen Häuschen vor dem Dorfladen gegenüber einem der vielen Gasthäuser zur Post. Die weitere Zeit wird genutzt um die erste größere Umpackaktion vorzunehmen. X. stapelt ihr Hab und Gut auf der Bank unter anderem liegen da 200 Meter Alufolie. Als die Türen zum Dorfladen wieder öffnen erweist der sich als wohl sortiert. Trockene Nudeln, die man ja auch ohne Kocher bestimmt irgendwie kochen kann, getrocknete Mangos und Ananas, sowie Knäckebrot und Kaminwurzen. Eiligen Schrittes gehen wir weiter, zunächst entlang einiger Felder auf gut ausgetretenen Wegen von der Laineralm bis zur Luitpolderalm. Schließlich wurde es abermals steil auf dem Aufstieg zum Rißsattel. Schöne Aussicht von dort oben. Über Serpentinen werden die geschundenen Knie bergab malträtiert und der Abstieg scheint kein Ende zu nehmen. Nach einer halben Stunde - doch gut unten angekommen - führt uns eine Autobrücke nach Vorderriß.
Vorderriß

Vorderriß

Wir lassen den Gasthof zur Post, der als Übernachtungsmöglichkeit im Führer angegeben war, aber heute seinen Ruhetag hat, hinter uns, in Gedanken an die Reisegruppe, die dort eventuell hatte einkehren wollen. Nach wenigen hundert Metern suchen wir uns einen Zeltplatz im trockenen Flussbett. X sinkt wieder erschöpft in sich zusammen. P verläuft sich beinahe bei dem Versuch, zu duschen. Er muss zunächst das Flussbett durchqueren, findet nach etwa einem Kilometer dennoch die Isar, duscht sich mit eiskaltem Wasser und findet mit dem letzten Licht des Tages zum Zelt zurück. Später hören wir Schritte. Wir bewegen uns nicht mehr und flüstern nur noch. Das Geräusch der Schritte kommt näher und entfernt sich. Man hört es links dann wieder eher rechts. Wir können uns nicht erklären, was jemand hier zu dieser Zeit zu suchen hat und halten weiter still. Schlurf, schlurf, schlurf. Nach einigen Minuten versuchen wir, uns so leise wie möglich ins Zelt zu begeben und bangen gefunden zu werden während wir schlafen. Schlurf, schlurf. Gute Nacht. Wir schlafen gut.

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