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6. Tag Rabanal del Camino - Cruz de Ferro - Ponferrada - O Cebreiro - Triacastrela

Manjarin

Manjarin

Sitze in am Rathausplatz von Ponferrada und genieße ein Bier, das so kalt ist, dass sich außen am Glas Kondenswasser bildet. Die Sonne brennt auf meinen Sonnenbrand. Vor ein paar Minuten bin ich fast von einem unaufmerksamen Autofahrer geschrammt worden. Die Straße über das Cruz de Ferro war schön, sonnenbeschienen und kurvig. Hin und wieder ein Schneerest. Leider hatte ich keinen Stein dabei, den ich auf den großen Haufen, der in Jahrhunderten von Pilgern aufgetürmt wurde, legen konnte. Ein Stückchen weiter kam Manjarin, eine sehr eigenwillig zusammengezimmerte Herberge, die von einem Mann geleitet werden soll, der sich für den letzten Angehörigen eines Ordens hält. Ich wurde, wie jeder Pilger durch das Läuten einer Glocke begrüßt. Der Herbergsvater sieht sehr ordensbrüderlich aus. Weiter abwärts über kleine verschlafene Dörfer unter verschneiten Berggipfeln, die inzwischen sehr sehr nahe sind, geht es nach Molinaseca. Hier hat leider kein Cafe offen... Wo gibt es denn sowas. Ich habe schon zwei Leute getroffen, die ein Buch über den Jakobsweg schreiben wollen, sobald sie zurück sind, aber was die Welt und der Pilger wirklich brauchte wäre ein Barführer. Auf der kurzen Strecke zwische Molinaseca und Ponferrada ist eine Schraube der Halterung des Gepäckträgers auf d
Acebo

Acebo

em die Packtaschen befestigt sind gebrochen. Genau so, dass es unmöglich ist, den abgebrochenen Teil aus dem Rahmen zu holen. Notlösung ist sehr erschütterungsempfindlich. Fahre wie auf Eiern. Die Kirchturmuhr schlägt 12 über dem gleißenden Platz. Kein Wunder, dass der Spanier Siesta hält. Viel zu heiß, um irgendeiner Form von Arbeit nachzugehen. Nicht einmal denken kann man bei dieser Hitze. Auf dem Platz steht ein aus Eisen gegossener Mann auf den Kinder Kleidungsstücke hängen. Niemand mehr auf dem Platz. Der Spanier hält vermutlich sein Mittagsschläfchen. Man muss die Augen zusammenkneifen, um überhaupt etwas sehen zu können. Ich werde nicht braun, ich werde krebsrot. Durch die Tür der Bar sieht man den Platz brennend weiß glänzen. Ich wusste gar nicht wieviel Glück ich mit dem Regen und dem kalten Wetter hatte. Nun, auf den Bergen wird es nachher sicher kühler, leider muss ich, um dorthin zu kommen, zunächst 50km Ebene durchqueren. Würde eigentlich lieber in dieser Bar bleiben. So schön kühl hier. Der heilige Jakobus hatte es ja eher komfortabel als er hier in einem Steinsarg durchgereist ist. Der war sicher angenehm temperiert.
Ponferrada Plaza Mayor

Ponferrada Plaza Mayor

Auf der Strecke von Ponferrada nach Villa France del Bierzo sehr verfahren aber ein freundlicher Spanier brachte mich zurück auf den rechten Weg. Die haben hier tatsächlich zwei Straßen. Die eine heißt N6 und die andere N VI direkt nebeneinander von einem Kreisverkehr abzweigend. Wer soll sich da nicht verfahren? Weitere lange Mittagspause an einer Tankstelle im Schatten eines LKWs. Dann über die Nationalstraße nach Villafranca. Sehr heiß und staubig. In Villafranca viel zu lange mit einem Ungarn und einem Dänen über spanischem Bier gesessen. Viel zu heiß, um weiterzufahren. Der weitere Weg schlängelt sich unter einer Autobahn entlang durch ein tief eingeschnittenes Tal. Kaum Verkehr. Dann Abzweigung Vega del Valcarce und langer ermüdender Aufstieg auf einer einspurigen verkehrslosen Straße auf den O Cebreiro.
Villa France del Bierzo

Villa France del Bierzo

Besonders im letzten sehr steilen Teil mit dem schweren Gepäck hart. Traumhafte Aussicht über die Ebene. Weit hinten die Gipfel, an denen ich heute morgen vorbeigekommenn bin. Cebreiro ist touristisch aufbereitet worden.. Malerisch zwar aber man sieht, dass alles erst vor Kurzem gebaut wurde. Nun auf der schönen, breiten Nationalstraße nach Padornelo. Obwohl es bergauf geht ist das wegen dem geringen Gradienten und der inzwischen sehr tief stehenden Sonne eine angenehme Wegstrecke. Wunderbare Aussicht Richtung Westen. Die Bergrücken staffeln sich in der Untergehenden Sonne malerisch und die grünen Hügel leuchten orange. Alles ist bronzen. Gut in Triacastrela angekommen. Auf dem Weg vom
O Cebreiro

O Cebreiro

Alto do Poio ist mir bei etwa km45 der Hinterreifen in einer Kurve geplatzt. Erst fühlte es sich für eine Sekunde schwammig an, dann katastrophal instabil. Viel Glück gehabt. Den Reifen in der Dämmerung gewechselt und bei einsetzender Dunkelheit in der Herberge angekommen. Glücklicherweise saßen draußen zwei Frauen sonst hätte ich sie vielleicht nicht gefunden. Schöne Herberge mit ausnahmsweise mal tatsächlichem heißem Wasser. Nicht diese eiskalte bis lauwarme Plörre wie bisher. Zwei ältere Franzosen in meinem Schlafsaal machen sehr direkt darauf aufmerksam, dass sie morgen um sechs losmarschieren wollen und daher ihre Nachtruhe brauchen. Mir lassen sie mit ihrem Geschnarche aber keine.

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