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11. Tag Everest Base Camp, Gorak Sheep

Vor dem Khumbueisfall

Vor dem Khumbueisfall

Aufbruch von Lobuche Alm. Heute geht es relativ früh los, da die längste Etappe der Reise vor uns liegt, zunächst an Gorak Sheep (5200) vorbei zum Basislager (5400) und dann wieder nach Gorak Sheep zurück für den Abend. Die Sonne steht noch hinter den Bergen und es ist eiskalt. Meiner Beobachtung nach zieht sich der strahlend blaue Himmel häufig gegen 11 Uhr zu, was es wünschenswert erscheinen ließe früh aufzustehen. Der Rest der Truppe einschließlich des Reiseveranstalters und der Guides sind da aber anderer Meinung, deswegen kommen wir nie vor 8 Uhr + 15 Minuten Verspätung los. Heute verspäten wir uns wieder wegen einiger Expeditionsteilnehmer, die sich sicher erst einmal ausgiebig ihrer Morgentoilette widmen wollen. Ich persönlich befinde mich in einem Stadium der Verwahrlosung - vier Tage nicht geduscht - das mir den Gedanken an Körperhygiene bereits als unangenehm erscheinen lässt. Es geht zunächst gleichmäßig leicht bergauf. Nach kurzer Zeit sind wir in Gorak Sheep, der Lodge in der wir die heutige Nacht verbringen werden. Auf den Platz unter der Lodge "grasen" ungewöhnlich viele Yaks die für Transporte zum Basislager eingesetzt wurden. Der Weg von Gorak Shep zum Basislager wäre ohne einen Führer nur schwer bis überhaupt nicht zu finden gewesen. Er verläuft zunächst auf der Seitenmoräne des Khumbugletschers, später auf dem Gletscher selbst auf und ab über Eis und Schotter. Wahrscheinlich ändert sich der Verlauf von Jahr zu Jahr, der Untergrund zumindest macht keinen beständigen Eindruck - ist ja auch ein Gletscher. Seltsame Eiszapfen, die aus dem Boden wachsen und die es angeblich nur hier gibt säumen den Weg. Drei Stunden marschiert man scheinbar ziellos, durch Berg und Tal ohne den Eindruck zu haben wesentlich voranzukommen. Kurz vor dem Lager geht es an dem Wrack eines abgestürzten Hubschraubers russischer Bauart vorbei, das seit 2002 auf dem Eis dahintreibt. Ein schönes Fotomotiv. Von dort sind es noch circa 20 Minuten bis zum Everestbasislager.
Everest Basislager Panorama

Everest Basislager Panorama

Das Basislager am Everest besteht aus weit über den Khumbugletscher verteilten Zelten Man findet sich in einem natürlichen Theater gigantischen Ausmaßes wieder, nach drei Seiten von Bergen umgeben und offen nach Süden entlang des Gletschers. Der Everest selbst ist übrigens nicht zu sehen. Dafür aber andere schöne Berge. Am beeindruckendsten ist aber der riesige Khumbueisfall. Es ist offensichtlich noch nicht Expeditionszeit, das schmale Zeitfenster in dem die Besteigung des Everest möglich ist, sonst wäre mehr Betrieb. Unser Führer erzählt er wäre vor ein paar Jahren als Koch im Basislager engagiert gewesen. Außerdem wäre er mit Turnschuhen durch den Khumbueisfall gestiegen und bis auf dem oberen Teil des Gletschers gewesen. Der Rückweg läuft auf der gleichen Strecke wie der Hinweg und zieht sich sehr. Da man kaum an Höhe verliert nehmen auch die Kopfschmerzen nicht so schnell ab wie bei den bisherigen Zielen und man schleppt sich mehrere Stunden ohne deutlich tiefer zu kommen über die Geröllhalde Khumbugletscher. Ich habe mich nach kurzer Zeit nach vorne abgesetzt um schneller wieder in eine Höhe zu kommen die es meinen Kopf erlaubt ein wenig auszuruhen. In Gorak Sheep warte ich mehrere Stunden auf die letzten unserer Truppe die überhaupt keinen guten Eindruck mehr machen. Es wird zu abend gegessen und ins Bett gegangen. Viele scheinen gemessen an der Geräuschentwicklung ausgezeichnet zu schlafen, ich deshalb nicht. Außerdem habe ich zum erstenmal Atembeschwerden. Ich schlafe ein und wache aus Luftmangel wieder auf, das geht ein Paar Stunden so bis die Erschöpfung größer ist als das Unbehagen nicht genug Luft zu bekommen.

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