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7. Tag nach Dingpoche

Ama Dablam

Ama Dablam

Keine besonderen Ereignisse heute. Der Weg war gut und die vielen Einkehren unterwegs blähten die Gehzeiten wieder fast auf das doppelte auf. Zum Mittagessen gab es einen Nepalesischen Auflauf der -möglicherweise- Kartoffeln beinhaltete. Die Sonne brennt heute den ganzen Tag vom Himmel. Obwohl ich keine Sonnencreme verwende, das wäre mir mit den Bartstoppeln und den unzureichenden sanitären Angeboten dann doch etwas zu unsauber, bin ich immer noch Käseweiß und nicht Sonnenbrandgeschädigt. Vermutlich liegt das an einem breitkrempigen Hut, den ich fast nie absetze und den ich jedem der im Khumbu unterwegs ist sehr empfehlen kann. Die Ama Dablam wird etwa zu einem drittel umrundet, sie begleitet einen fast den ganzen Tag. Kurz vor Ende der Strecke schwenken wir nach rechts und verlassen das Khumbutal in Richtung Imjatal. Links ginge es zum Everest Basislager weiter. Unsere heutige Lodge ist ungewöhnlich groß. Im Aufenthalts- und Frühstücksraum der Lodge hängen zwei gerahmte Bilder von Scott Fischer und Rob Hall, den beiden Bergsteigern die 1996, dem schwarzen Jahr am Everest ums Leben kamen. Die Geschichte lässt sich in Krakauers Buch "In Eisigen Höhen" nachlesen. Alles ist sehr schön Eingerichtet. Die Aufenthaltsräume sind ungewöhnlich geräumig. Die Toilette ist leider nicht abschließbar und stellt Magenkranke Mitglieder unserer Expedition vor ernste Probleme. Um Die Lodge herum weiden Yaks zwischen Stupas und den weit gespannten Gebetsflaggenschnüren. Im seperaten Wintergarten bzw. Aufwärmraum der Lodge geben unsere Guides eine Demonstration des Dekompressionssacks. Ein großer gelber hermetisch abgeschlossener Mumienschlafsack mit Sichtfenster. Der Sack hat ein Ventil an das eine Fußpumpe angeschlossen wird. Um den Überdruck im Sack zu erzeugen muß permanent jemand pumpen. Nichts für Leute mit Platzangst oder einem Vertrauensproblem, der Sack lässt sich nämlich von innen nicht öffnen. Kein Wunder das der Japaner in Sanasa so schlecht aussah wenn er die ganze Nacht in so einem Ding verbracht hat. Einige aus unserer Gruppe waschen Wäsche im Brunnen vor der Lodge. Zum Trocknen hängen sie die Wäschestücke über Nacht auf. Keine Gute Idee den am nächsten Morgen sind diese Hart wie ein Brett und nach dem Auftauen wieder Nass. Der wunderschöner Sternenhimmel mit gut sichtbarer Milchstraße wird beim Zähneputzen in eisiger Kälte bewundert. Kein Vergleich mit dem was man bei uns so nachts am Himmel sieht. Zu schade, daß man aus Gewichtsgründen keine Teleskope mitnehmen kann. Ausnahmsweise ausgezeichnet geschlafen. Keine Anzeichen der Höhenkrankheit.

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